Abscheu

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Momente des Selbsthasses, verbunden mit emotionalen und psychischen Tiefpunkten in unserem Leben sind uns allen bekannt. Dieser Text hier ist an einem sehr dunklen Moment meines Lebens entstanden. Und ich will vor allem Leute mit einer Essstörung, Bulimie, aber auch anderen psychischen Erkrankungen vorwarnen.

Es gibt diese Tage an denen man sich eklig fühlt, aber es kommen auch wieder gute Tage. Es gibt bei jedem Menschen Hochs und Tiefs. Aber ich will euch hier auch nicht die Tiefs vorenthalten, sie gehören genauso mit dazu.

  

Abscheu

Elend ist ein Kreislauf, eine Spirale,
die mich immer weiter tiefer trägt.

Beginnend mit Stress,
die Angst zu versagen,
Angst nicht zu genügen
und alle zu enttäuschen.

Das Problem an Angst?
Sie lähmt!

Sie macht unfähig zu agieren,
untergräbt das Selbstbewusstsein.
Sie sperrt uns ein.
Oder sind wir das selbst?

Ich baue eine Mauer,
um mich zu schützen
fühle all diese Blicke,
von Menschen, die mich nicht sehen.
Und ich mauer mich ein,
bis ich ersticke

Aber es reicht nicht!

Der Stress drückt von oben,
die Angst zieht von unten.
Und ich esse mehr,
damit ich tiefer sinke,
schwerer bin und verschwinde.

Mir ist speiübel,
aber ich stopfe weiter

Mehr,
noch mehr,
so viel zu viel!


Und all die Blicke und Fratzen,
aus hunderten Spiegeln
lachen mich aus,
verspotten mich.

Flüstern mir zu:
“die Lösung ist einfach,
du musst nur erbrechen,
die säuernde Schande”

Hier häng ich und würge mein Leben hervor
warte auf quälende Erleichterung.
Doch es kommt nichts als Galle
und trockene Tränen

eine weitere Schande:
Ekelhaft,
fett,
hässlich,
Ekelhaft


Schlag um Schlag sinke ich tiefer
lass den Selbsthass mich fesseln,
ich bin längst verstummt.

Gleichwohl warte ich bis heute,
dass mich hier jemand findet,
doch die Burg meiner Zweifel
macht mich unsichtbar für die Welt.

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